An- und Rundreisen

Wie komme ich hin?
Um nach Ladakh zu kommen, muss man zuerst mal nach Delhi, die pulsierende Hauptstadt Indiens. Nahezu alle größeren Fluglinien fliegen Delhi an. Direktflüge ab München/Frankfurt gibt es mit der Lufthansa, ab Wien bei Austrian Airlines und ab Zürich mit der Swiss. Interessant sind auch die Fluglinien der Golfstaaten (Emirates, Quatar).


Einmal in Delhi gibt es zwei Möglichkeiten nach Ladakh zu gelangen:

Mit dem Flugzeug
Es gibt ab Delhi im Sommer mehrmals täglich Flüge nach Leh (alle früh am Morgen, ab fünf Uhr). Der knapp 1,5-stündige Flug führt höchst spektakulär von den Ebenen des indischen Subkontinents immer höher über die weißen Bergspitzen des Himalaya.


„Um einen Aufenthalt im schwül-heißen Delhi während der Monsun-Zeit zu vermeiden, empfehle ich den Weiterflug nach Leh am selben Tag der Ankunft. Beim Buchen des internationalen Flugs darauf achten, dass man selbst bei Verspätungen noch das Flugzeug nach Leh erreicht. Achtung: Sie landen am internationalen Flughafen in Delhi und müssen für den Weiterflug zum nationalen Flughafen. Zwischen Ankunftszeit des internationalen Flugs in Delhi und Abflugzeit für das Flugzeug nach Leh sollten mindestens drei Stunden liegen!“

Christian Hlade, Geschäftsführer und Gründer des Reiseveranstalters Weltweitwandern



Auf dem Landweg
Während der Sommermonate ist auch die Anreise über den Landweg möglich. Entweder über Srinagar oder Manali.


Bei der Anreise über Srinagar ist zu bedenken, dass das muslimische Kashmir und insbesondere seine Hauptstadt Srinagar politisch höchst sensibel sind und es immer wieder zu Unruhen, Terroranschlägen, Ausgangssperren usw. kommen kann. Daher sollte man sich – wenn man sich für diese Route entscheidet – in jedem Fall sehr gut über die aktuelle politische Lage informieren.


Die Anreise über Manali ist politisch zwar weniger prekär, trotzdem eher nur Abenteuerlustigen bzw. Menschen mit viel Sitzfleisch anzuraten. Bis Manali sind die Straßen gut und selbst im Bus ist die Fahrt gut verträglich (ca. 16 Stunden Busfahrt ab Delhi). Ab Manali aber werden die Straßen zusehends ungemütlich. Die Straße nach Leh führt über mehrere Pässe, die höher als 5.000m sind. Mit Unannehmlichkeiten ist in jedem Fall zu rechnen. Murenabgänge, Steinschläge, Unfälle, einstürzende Brücken sind keine Seltenheit und führen dazu, dass die ohnedies sehr lange Fahrt um Stunden verzögert wird. Die Fahrt von Manali nach Leh dauert mindestens – wenn wirklich alles glatt läuft – 18-20 Stunden und sollte daher in keinem Fall in nur einem Tag angegangen werden. Meistens wird die Tagstrecke bei der 2-Tages-Variante so gelegt, dass man in einem der Fixcamps auf 4.500m schläft. Für Menschen, die von Manali kommen, das auf etwa 2.000m Seehöhe liegt, kann das nicht nur sehr unangenehm sondern auch gefährlich sein.


Die weitverbreitete Meinung, die Anreise nach Leh über den Landweg sei für die Höhenanpassung zuträglich, ist mit Vorsicht zu genießen. Diese Art von Rosskur sollte man sich sehr gut überlegen, es gibt nur wenige, die die Fahrt nach Leh ohne starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit und Schlimmerem erlebt haben.


„Mein Tipp: Wer auf den Landweg nicht verzichten will, sollte den Rückweg nach Delhi über Manali angehen. Gut akklimatisiert kann man auch die extremen Höhen und die sehr lange Fahrt genießen! Und wer partout die Anreise am Landweg begehen will, dem sei empfohlen, die erste Nacht in Keylong oder Jispa zu verbringen, beide Ortschaften liegen „nur“ etwas über 3.000m Seehöhe! Der zweite Tag ist dann zwar etwas länger, man vermeidet dadurch aber ein Schlafen auf 4.500m!“
Issi, Reiseleiter aus Ladakh



Wie bewege ich mich in Ladakh fort?



Per Jeep/Taxi
Am einfachsten und schnellsten bewegt man sich in Ladakh, wenn man ein Taxi/einen Jeep für Sightseeing-Touren bzw. Zielfahrten bucht. Die Preise sind nicht verhandelbar und von der Taxi-Gewerkschaft festgelegt. Lassen Sie sich von den Taxifahrern die „Taxi Union Rate List“ zeigen, wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dass der Preis auch wirklich korrekt ist. Generell sind die Taxipreise in Ladakh höher als im Rest Indiens. Nicht zuletzt deswegen, weil die Treibstoffpreise in Ladakh um einiges höher als im Süden sind.


Per Bus
Fast alle Ortschaften werden auch von Bussen angefahren, jedoch nicht immer täglich. Einen Busfahrplan gibt es nicht, um Abfahrtzeiten in Erfahrung zu bringen, müssen Sie entweder am Busbahnhof oder bei Einheimischen nachfragen. Der Vorteil des Busfahrens ist, dass man leicht Kontakt mit der lokalen Bevölkerung knüpfen kann. Nachteil: Die Fahrten dauern länger als mit dem Taxi und gerade für etwas größere Menschen, sind die kleinen, engen Busse recht unangenehm. Auch lassen sich mehrere Besichtigungspunkte per Tag mit dem Bus logistisch kaum verwirklichen. Das Busfahren ist daher eher etwas für Menschen, die längere Zeit in Ladakh verbringen.



Achtung: Es gilt die offizielle Weisung, dass TouristInnen nicht mit dem Bus in eine „restricted area“ fahren dürfen. Zwar sind nicht alle Kontrollbeamten so streng, es kann aber sein, dass man den Bus verlassen muss und zurück geschickt wird. Mehr dazu im Kapitel Visa & Permits.


Zu Fuß
Wanderfreudige kommen in Ladakh voll auf ihre Kosten. Jährlich kommen viele Menschen, um Ladakh zu Fuß zu erkunden. Die äußerst vielfältige Landschaft, die faszinierende Bergwelt und die freundliche Bevölkerung dienen als unvergleichliche Kulisse für einmalige Trekkingtouren. Nähere Infos unter: Trekking & Trekkingtouren


Mit dem (Motor-)Rad
Selbst BikerInnen – ob motorisiert oder nicht – haben die Möglichkeit, sich in Ladakh auf zwei Rädern fortzubewegen. Einige Agenturen vermieten Motorräder und Mountainbikes. Bei beiden gilt: Unbedingt vor der Tour das (Motor-)Rad testen, die Qualität lässt meist zu wünschen übrigen und viele (Motor-)Räder sind stark reparaturanfällig. Für Nostalgiker unter den Motorradfans gibt es die Möglichkeit sich eine Royal Enfield zu mieten. Diese Motorradmarke zählt zu den ältesten noch produzierenden der Welt. Ehemals britisch wird sie inzwischen nur noch in Indien hergestellt.


Per Anhalter
Per Anhalter in Ladakh unterwegs zu sein, ist wohl weniger angenehm. Lastwagen dürfen AusländerInnen nicht mitnehmen und machen das eigentlich kaum mehr. Nur wenige Straßen sind auch wirklich so gut befahren, dass man gute Chancen hat mitgenommen zu werden.


„Meine Meinung zum Reisen per Anhalter: Wer in Ladakh unterwegs ist, kann für die Fortbewegung ruhig ein wenig bezahlen und auf diese Weise auch etwas beitragen!“
Robert,Weltweitwandernmitarbeiter

„Gerade der nordindische Himalaya, die Regionen von Ladakh und Zanskar, fasziniert mich seit über 30 Jahren.“

Dieter Glogowski, Fotojournalist